Aktuelles zur Verkehrssicherheit
7. Mai 2026, 11:55 Uhr | Von: Burcu Bostan
Griechenland zieht bei Verkehrsverstößen die Zügel an. Urlauber riskieren bei Missachtung der Regeln empfindliche Geldstrafen und unter Umständen sogar den Führerscheinverlust.
Griechenland verschärft die Gangart gegenüber Verkehrssündern deutlich. Mit einer umfassenden Reform im Verkehrsrecht sollen schwere Unfälle reduziert und riskantes Verhalten auf den Straßen konsequenter bestraft werden. Für Urlauber bedeutet das: Schon kleine Unachtsamkeiten können schnell teuer werden. Besonders in touristischen Regionen kontrollieren Polizei und Behörden strenger als noch vor wenigen Jahren.
Wer während der Fahrt telefoniert oder das Smartphone nutzt, muss in Griechenland mit drastischen Konsequenzen rechnen. Bereits beim ersten Verstoß werden 350 Euro fällig. Zusätzlich verlieren Autofahrer ihren Führerschein für 30 Tage.
Besonders teuer wird es bei Wiederholungstaten. Beim zweiten Verstoß innerhalb von sechs Monaten steigt die Strafe auf 1.000 Euro, außerdem droht ein halbjähriges Fahrverbot. Wer ein drittes Mal erwischt wird, muss sogar 2.000 Euro zahlen und ein ganzes Jahr auf die Fahrerlaubnis verzichten.
Vor allem Geschwindigkeitsüberschreitungen geraten zunehmend ins Visier der griechischen Behörden. In zahlreichen Wohngebieten gilt inzwischen Tempo 30. Das Problem für viele Urlauber: Die neuen Limits sind nicht überall eindeutig ausgeschildert.
Wer extrem schnell unterwegs ist, riskiert empfindliche Sanktionen. Ab mehr als 200 km/h drohen Bußgelder von bis zu 8.000 Euro sowie ein Fahrverbot von vier Jahren.
Nicht nur klassische Tempoverstöße ziehen hohe Strafen nach sich. Auch illegale Autorennen oder rängeln ahnden die Behörden konsequent. Bereits beim ersten Verstoß werden 2.000 Euro fällig, zusätzlich droht ein Fahrverbot von einem Jahr.
Die verschärften Vorschriften betreffen längst nicht nur Raser. Auch Sicherheitsverstöße können den Urlaub schnell teuer machen. Wer ohne Gurt unterwegs ist, muss 100 Euro zahlen. Motorradfahrer ohne Helm riskieren mindestens 350 Euro Bußgeld.
Besonders streng sind die Regelungen zum Schutz von Kindern. Wer im Fahrzeug raucht, obwohl Kinder unter zwölf Jahren mitfahren, oder Kinder nicht korrekt sichert, muss mit Bußgeldern von bis zu 2.000 Euro rechnen.
Auch bei Alkohol am Steuer kennt Griechenland wenig Nachsicht. Je nach Schwere des Verstoßes reichen die Bußgelder von 350 bis 4.000 Euro.
Selbst Fußgänger geraten stärker ins Visier der Behörden. Wer eine rote Ampel ignoriert, muss mit einer Geldbuße von 30 Euro rechnen.
Für Parksünder kann der Griechenland-Urlaub ebenfalls unangenehm werden. Je nach Verstoß verlangen die Behörden zwischen 20 und 150 Euro Bußgeld.
In bestimmten Fällen bleibt es jedoch nicht beim Strafzettel. Die Polizei kann zusätzlich die Kennzeichen einziehen. Das Fahrzeug darf dann teilweise wochenlang nicht mehr bewegt werden – gerade bei Mietwagen sorgt das häufig für erhebliche Probleme.
Wer einen griechischen Strafzettel ignoriert, muss auch nach der Heimreise mit Konsequenzen rechnen. Offene Forderungen können innerhalb der Europäischen Union über deutsche Behörden vollstreckt werden.
Eine kleine Entlastung gibt es dennoch: Auf einigen Autobahnen wurde das Tempolimit von 130 auf 140 km/h erhöht. An den hohen Strafen bei Regelverstößen ändert das allerdings nichts.
1 Griechenland-Urlaub 2026: Diese Änderungen treffen Autofahrer (zuletzt abgerufen am 07.05.2026)