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Verkehrssicherheit und Käuferrechte

VW-Rückruf: Brandgefahr bei ID.-Modellen und Cupra Born

| Von: Burcu Bostan

Display im Elektroauto zeigt einen Batterieladestand von 80 Prozent
© KI generiert – Betroffene VW- und Cupra-Modelle sollen vorerst höchstens bis 80 Prozent geladen werden.

Volkswagen und Cupra rufen bestimmte Elektroautos wegen möglicher Batteriebrandgefahr zurück. Für betroffene ID.-Modelle und Cupra Born gilt zunächst ein Ladelimit von 80 Prozent. Welche weitere Abhilfe erforderlich ist, hängt von der Rückrufaktion ab.

Display im Elektroauto zeigt einen Batterieladestand von 80 Prozent
© KI generiert – Betroffene VW- und Cupra-Modelle sollen vorerst höchstens bis 80 Prozent geladen werden.

Das Wichtigste in Kürze


VW-Rückruf: Fünf Modellreihen, drei unterschiedliche Aktionen

Der aktuelle Rückruf betrifft bestimmte VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz sowie den Cupra Born. Nach einem Bericht der Tagesschau vom 20. Oktober 2026 geht es bei den drei Aktionen weltweit um rund 72.700 Elektroautos. In Deutschland werden knapp 10.000 Fahrzeuge genannt.

Für Besitzer ist vor allem wichtig, welcher Vorgang dem eigenen Auto zugeordnet ist. Die Modellbezeichnung allein beantwortet diese Frage nicht. Auch innerhalb der genannten Produktionszeiträume ist nicht jedes Fahrzeug automatisch betroffen.


Diese Modelle und Produktionszeiträume sind erfasst

Die Übersicht unterscheidet die Aktionen nach Hersteller-Code und KBA-Referenznummer. Mit diesen Angaben können Halter gezielt beim Servicepartner nachfragen.

Betroffene Modellreihen, Produktionszeiträume und Rückrufkennungen
ModelleProduktionAktion / KBA-Nr.
VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz13.07.2022 bis 06.06.202593MF
17137R
VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz18.09.2023 bis 27.06.202593MV
17101R
Cupra BornSeptember 2022 bis Mai 202493W4
17103R

Ob Ihr Fahrzeug dazugehört, lässt sich anhand der FIN klären. Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer steht unter anderem im Feld E der Zulassungsbescheinigung Teil I. Eine verbindliche Auskunft erteilen der Hersteller oder eine autorisierte Vertragswerkstatt.

Die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes bietet einen Überblick über die einzelnen Aktionen. Sie ersetzt die Prüfung des konkreten Autos nicht.


Wie aus einem Zellfehler ein Brandrisiko werden kann

Einzelne Hochvolt-Batteriezellen entsprechen nach Herstellerangaben nicht den vorgesehenen Qualitätsanforderungen. Volkswagen nennt Produktionsfehler bei Zulieferern als Hintergrund. Bei betroffenen Batterien kann es zu erhöhter thermischer Belastung kommen. Im Extremfall ist ein Fahrzeugbrand möglich.

Ein hoher Ladestand ist für die veröffentlichten Sicherheitsmaßnahmen besonders relevant. Die Hersteller setzen deshalb zunächst auf eine Begrenzung der Ladung. Eine unauffällige Anzeige im Cockpit erlaubt keine sichere Aussage darüber, ob ein Auto betroffen ist.


Was die 80-Prozent-Grenze für Fahrer bedeutet

Betroffene sollen die Batterie vorerst höchstens bis 80 Prozent laden. Soweit technisch möglich, wird das Ladelimit systemseitig gesetzt. Ist dies nicht geschehen, müssen Halter die Herstelleranweisung zur manuellen Einstellung im Fahrzeug oder in der App beachten.

Hinzu kommen die im Rückrufschreiben genannten Warnaufkleber und weiteren Sicherheitshinweise. Die Begrenzung sollte nicht eigenständig aufgehoben oder umgangen werden.

Im Alltag kann die Vorgabe zusätzliche Ladestopps erforderlich machen. Das betrifft vor allem längere Strecken. Ein begrenzter Ladestand bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Batterie dauerhaft 20 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität verloren hat.


Was bei Prüfung und Reparatur vorgesehen ist

Bei der Aktion 93MF stehen zunächst Ladebegrenzung und Warnhinweise im Vordergrund. Bei 93MV ist zusätzlich eine Prüfung der Hochvoltbatterie in einer Volkswagen-Vertragswerkstatt vorgesehen.

Für den Cupra Born unter dem Code 93W4 soll das Ladelimit zunächst bis zur Bereitstellung einer Softwarelösung gelten. Je nach Befund können einzelne Batteriemodule oder die komplette Hochvoltbatterie ausgetauscht werden. Ein vollständiger Batterietausch ist damit nicht für sämtliche betroffenen Fahrzeuge angekündigt.

Die Rückrufmaßnahmen sollen kostenlos erfolgen. Halter sollten sich bestätigen lassen, welche Arbeiten durchgeführt wurden und ob danach noch Einschränkungen gelten. Ob wieder vollständig geladen werden darf, ist im Rahmen der jeweiligen Aktion zu klären.

Vergleichbare Sicherheitsfragen wurden auch beim Rückruf des Ford Kuga und beim Mercedes-Rückruf von EQA und EQB relevant. Die dortigen technischen Maßnahmen und Fahrhinweise lassen sich nicht auf VW oder Cupra übertragen.


Weiterfahren oder stehen lassen: Welche Vorgaben gelten?

Die weitere Nutzung richtet sich nach den individuellen Herstelleranweisungen. Bei Unklarheiten sollte die Vertragswerkstatt erläutern, welche Vorgaben für das konkrete Fahrzeug bis zur nächsten Maßnahme gelten.

Warnmeldungen zur Hochvoltbatterie sollten unverzüglich mit dem Servicepartner geklärt werden. Bei Rauchentwicklung oder einem Brand gilt: soweit gefahrlos möglich sicher anhalten, aussteigen, Abstand halten und die Feuerwehr über 112 verständigen.


Welche Rechte haben Käufer bei anhaltenden Einschränkungen?

Ein Rückruf führt nicht automatisch zu einem Anspruch auf Rückgabe oder Entschädigung. Liegt ein Sachmangel vor, können Käufer jedoch Rechte nach § 437 BGB geltend machen. Zunächst steht regelmäßig die Nacherfüllung im Vordergrund; Minderung, Rücktritt und Schadensersatz setzen weitere Voraussetzungen voraus.

Kaufrechtliche Ansprüche richten sich grundsätzlich gegen den Verkäufer. Dieser ist nicht zwangsläufig die Werkstatt, die den Rückruf bearbeitet. Informieren Sie den Verkäufer deshalb auch dann über anhaltende Probleme, wenn die technische Abstimmung bereits über einen Servicepartner läuft.

Entscheidend sind unter anderem der konkrete Mangel, die Dauer der Einschränkung und der bisherige Verlauf der Abhilfe. Dokumentieren Sie Rückrufschreiben, Terminangebote, Werkstattarbeiten und verbleibende Einschränkungen. Bei Leasing oder Finanzierung müssen zusätzlich die Vertragsbedingungen berücksichtigt werden.


Fazit: Rückrufstatus prüfen und die Abhilfe nachvollziehen

Für Halter beginnt der richtige Umgang mit dem VW-Rückruf bei der FIN-Prüfung. Ist das Auto betroffen, sind das 80-Prozent-Limit und die weiteren Herstelleranweisungen einzuhalten.

Lassen Sie sich den vorgesehenen Ablauf und durchgeführte Maßnahmen schriftlich bestätigen. Bleibt die Nutzung länger eingeschränkt, kann eine rechtliche Prüfung klären, welche Ansprüche gegenüber dem Verkäufer bestehen.

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Quellen

Tagesschau: VW ruft weltweit mehr als 70.000 E-Autos zurück, veröffentlicht am 20.10.2026 (zuletzt abgerufen am 23.10.2026).

HNA: Brandgefahr – VW startet Rückruf von Zehntausenden Elektroautos, Produktionszeiträume und Maßnahmen der Aktionen 93MF, 93MV und 93W4 (zuletzt abgerufen am 23.10.2026).

Kraftfahrt-Bundesamt: Rückrufdatenbank, Recherche zu 17137R, 17101R und 17103R. Die individuelle Betroffenheit ist beim Hersteller oder einer Vertragswerkstatt anhand der FIN zu klären.

CUPRA UK: High voltage battery safety recall 93W4, technischer Hintergrund für den britischen Markt. Für Deutschland gelten die individuellen Herstelleranweisungen (zuletzt abgerufen am 23.10.2026).

§ 437 BGB: Rechte des Käufers bei Mängeln (zuletzt abgerufen am 23.10.2026).


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